Lachende Flora

lachende flora-pferde hilfe sofort
Gut gemacht! Flora lacht und sie hat allen Grund dazu. Bei ihrer Betreuungsperson hat sie sich nach anfänglichen Rumpelstilzchen-Einlagen so vorbildlich verbessert, dass sie bleiben darf.
Gemeinsam mit Susanne schaut sie deshalb zuversichtlich in die Zukunft. Wir freuen uns ganz besonders für Flora, weil sie einen Platz gefunden hat, an dem sie eine passende Unterkunft und eine Aufgabe hat. Und wir freuen uns sehr für Susanne denn Flora ist nicht nur hübsch, sondern (inzwischen) wirklich ein braves Pony geworden.

Alles Liebe und Gute für die Zukunft euch Beide !
Flora-pferde retten
flora glücklich-pferde retten

Selly meets and greets

pferde in not selly meets and greets
Selly darf ’nach Hause‘! Da sie derzeit kein zu Hause hat und in den kommenden Monaten unter enger Kontrolle von Hufschmied und Klinik bleiben soll, habe ich sie mit zu mir genommen.

Sie steht zwischen den Offenstall-Herden im Krankenabteil und wird somit von beiden Seiten bespielt und bespaßt. Das ist zwar alles andere als ruhig, aber eine tolle Ablenkung. Schließlich hat Selly in den letzten Tagen viel mitgemacht. Und sie ist deutlich angeschlagen.

Faszinierend wie schnell die kleine Stute mit den fremden Pferden Kontakt aufgenommen hat. Sie ist eine starke Persönlichkeit und voller Ausdruck. Ihre Begrüßungen schallen über den ganzen Hof – dabei ist sie nicht aggressiv sondern einfach sehr engagiert.

Wir haben angefangen, uns um Ihre Erziehung zu kümmern. Das findet sie gelinde gesagt ziemlich anmaßend. Schnell hat sie deshalb einen Spitznamen bekommen. Sie ist unser Rumpelstilzchen.

Inzwischen können wir aber schon aufhalftern, anbinden, putzen, Hufe auskratzen, umstehen und wir üben anfassen lassen an kniffligen Stellen ebenso wie Beine abwaschen, Decke anziehen … und einschmieren mit Derfen, denn leider hat die Süße auch noch einen deutlichen Juckreiz an Mähne und Schweif.

Dramatische Rettungsaktion – die Vorgeschichte

dramatische rettungsaktion-pferde in not
Es war einmal ein tierlieber Mann, der auf dem Land lebte. Durch seinen Hund hatte er Kontakt zu Pferdehaltern. Pferde haben ihn schon immer fasziniert – seit seiner Jugend.
Eines Tages sieht er einen Fernsehbericht über die Schlachtfohlen-Märkte in Österreich. Die Bilder der Tierschützer berühren ihn sehr und er beschließt zu helfen. Gesagt getan: er mietet einen kleinen Stall, leiht sich einen Anhänger, fährt nach Bodenmais und ersteigert zwei Stutfohlen.

Seine Wahl fällt auf ein Noriker-Fohlen, das ganz alleine hinten in der großen Halle angebunden steht. Während alle anderen Pferde aufgeregt sind und „rumschreien“, ist sie ganz ruhig. Er nennt sie Stella. Dazu wählt er ein kleines schmächtiges Tier aus, das schon für den Schlachttransport vorgemerkt ist. Da an der Kleinen nicht viel dran ist, wird man sich außerhalb der Markthalle einig. Er nennt sie Selly.

Grobe Männer treiben die Fohlen auf seinen Anhänger. Er sieht noch wie Selly sich an Stella kuschelt und versucht bei ihr zu trinken. Aber Stella ist ja selber noch ein Fohlen. Er hat keinerlei Erfahrung mit Pferdetransporten, aber wie durch ein Wunder kommt er mit seiner Fracht nach 8 Stunden gesund in seiner Heimat im Schwarzwald an.

Es folgenden ein paar glückliche Jahre. Die Pferde werden erwachsen und gehören wie sein Hund zu seiner Familie. Er findet ein Haus mit Stall und die Zeit, in der er mit seinen Pferden vor dem Küchenfenster lebt, ist die glücklichste seines Lebens.

Doch dann wird sein Mietverhältnis gekündigt. Er muss umziehen und seine Pferde umstellen. Ab da wird es immer schwieriger: die Haltungsbedingungen sind nicht optimal, eine lange Anfahrt, hohe Kosten und seine gesundheitlichen Einschränkungen nehmen jedes Jahr zu. Er bekommt eine Hüfte operiert, kann aber dennoch nur mit Schmerzen laufen. Die Pferde kann er nicht mehr gut versorgen. Er hat Angst sie zu verlieren. Vor Ort bekommt er kaum Hilfe. Es wird schlecht über ihn und seine Pferde gesprochen. Er ist stolz – und macht dicht.

Eines Tages spricht ihn eine Dame mit Hunden an, die beim Gassigehen immer wieder an seinem Stall vorbei kommt . Sie hört zu, hat keine Vorurteile, macht sich selbst ein Bild und bietet Hilfe an. Sie handelt statt wegzuschauen und zögert nicht. Die weitere Geschichte kennt ihr aus unseren Posts.

Danke Karin!! Das war eine große Nummer von einem Mensch mit einem großen Herzen. Wir ziehen den Hut vor deinem Mut: Du hast dich auf den Menschen und die Situation eingelassen. Hast dir die Zeit genommen und keine Angst vor Zurückweisung gehabt. Und wir ziehen den Hut vor deinem Engagament: Du hast die Initiative ergriffen, hast Lösungen gesucht und Menschen, die helfen können.

Für die kleine Selly war es Rettung in letzter Minute. Ohne deinen Einsatz hätte sie keine Chance mehr gehabt.

Für uns bist Du, liebe Karin, ein Vorbild: nicht wegschauen, nicht (nur) reden, einfach machen. YES! 💪❤️

Sherlock Holmes – auf der Suche nach dem Verursacher

Sky ist zu uns gekommen mit dem Befund Ataxie. Er ist noch nicht mal 5 Jahre alt, zeigt jedoch deutliche Einschränkungen in der Vorwärtsbewegung. Weiterhin lahmt er immer mal wieder auf unterschiedlichen Füßen. Er hat sehr große Bewegungen, möchte aber eigentlich nicht vorwärts laufen, wenn dann lieber kurz bocken und dann wieder stehen.

Insgesamt erinnert ein bisschen an Pferde mit Kreuzverschlag oder mit extremen Verspannungen im Rücken. Er kann sich schlecht Ablegen und beim Aufstehen nach dem Wälzen bockt er los wie ein Rodeopferd, aber nicht aus Freude sondern weil ihn was stört.

Muskulär ist er nicht besonders auffällig. Im Gegenteil, er lässt sich gut durchbewegen und den Rücken aufwölben, Eher wirkt er überbeweglich. Seine Muskeln sind nicht schmerzhaft. Er genießt es fest und mit viel Druck massiert zu werden.

Auffällig ist, dass er nicht gut auf 3 Beinen das Gleichgewicht halten kann. Es wirkt, als ob er manchmal ein Bein nicht spürt oder nicht gut koordinieren kann und das nicht nur hinten, sondern auch vorne. Vorne rechts stolpert er besonders oft, auch im Schritt. Er kann aber kreuzen, eng wenden, bergauf und bergab laufen. Alles kein Thema.

Was sonst noch auffällt: sehr große Trabbewegegung (überdimensional); Spätentwickler, wirkt wie 2,5 Jahre (nicht wie 4,5) und er hat sehr kleine Zähne.

Was tun ? Zuerst mal haben wir ihn auf Verdacht von der Fütterung umgestellt. Wir füttern ihn wie ein PSSM 2-Pferd, damit er mehr Aminosäuren bekommt. Bereits nach 7 Tagen sehen wir eine leichte Verbesserung 👍 Aber ist das alles ??? Die Hufe wurden gerichtet und seinem Fesselstand entsprechen korrigiert. Das gab eine weitere Verbesserung. 👍

Da er von der Physio-Seite her unauffällig ist, warten wir gespannt was heute die Chiro sagt. Zum Glück ist Sky sehr brav und macht gut mit. Ich glaube er weiss, dass wir ihm helfen wollen.

Glück im Unglück für unsere Fee

pferde in not - glück im unglück
Leider können wir trotz aller Bemühungen nicht immer nur über Fortschritte berichten. Fee war auf einem sooooo guten Weg, eigentlich bereit in ein ‚Für immer zu Hause‘ umzuziehen. Wir hatten bereits passende Interessenten, die sie in den nächsten Tagen kennenlernen wollten.

Aber das Schicksal wollte es anders. Fee bekam eine Schlundverstopfung. Verursacht durch ein Stück Möhre 🥕 – für uns Möhrchengeber besonders bitter.

Was dann folgte war ein Drama: Fee konnte im Stall nicht geholfen werden. Sie wurde schnell in eine Klinik gebracht und dort sofort behandelt. Dennoch ließ sich die Schlundverstopfung nicht lösen und ihr Zustand war lebensbedrohlich. Doch sie ist eine starke Stute und alle haben für sie gekämpft.

Nach 2 Tagen !!! und unzähligen Eingriffen konnten die Tierärzte die Speiseröhre frei machen und unsere Glücksfee ist dem Tod gerade noch einmal von der Schippe gesprungen. Sie durfte nach knapp einer Wocher Klinikaufenthalt nach Hause.

Jetzt hoffen wir alle, dass keine weiteren Komplikationen auftreten. Leider ist Fee stark abgemagert und muss jetzt erstmal aufgepäppelt werden.

Wir möchten uns ganz herzlich bei unserer Stallpartnerin Andrea bedanken, die sich so rührend kümmert … als wäre es ihr eigenes Pferd. So viel Herz und Fürsorge, da wird Fee bestimmt gesund werden. Wir drücken die Daumen!

P.S. Der Aufenthalt in der Klinik hat leider ein riesiges Loch in unserer Kasse hinterlassen. Falls ihr unsere Arbeit unterstützen wollt, wäre jetzt der richtige Zeitpunkt für eine Spende: https://moehrchengeber.de/spenden/

Herzlichen Dank im Voraus
glück im unglück fee

Ferrero macht uns Sorgen

Und noch ein Rückschlag: unser Sorgenkind Ferrero, der Shivering Patient, hatte sich bisher im Rehatraining von seiner besten Seite gezeigt. Er hat gut mitgemacht, seine Muskulatur hat sich aufgebaut und er konnte sich besser bewegen und koordinieren. Und dann aus dem Nichts war er auf einmal stocklahm.

Tierarzt-Verdachts-Diagnose war zunächst eine Hufrehe. In der Tierklinik hat sich das gottseidank nicht bestätigt. Lediglich eine Lahmheit vorne ( trotz Röntgen und Schallen die Ursache der Lahmheit nicht gefunden) und eine muskuläre Verspannung wurde festgestellt. Die Diagnose Shivering hat sich dagegen leider bestätigt.

Ferrero ist zwischenzeitlich wieder in der Rehaeinrichtung angekommen. Er lahmt im Schritt nicht mehr und wird langsam aufgebaut. Unglücklicherweise fangen seine Therapeuten quasi wieder von vorne an, da er muskulär wieder viel verloren hat und durch die Schmerzen auch wieder viel Stress hatte.

Wir drücken die Daumen, dass es jetzt wieder bergauf geht mit unserem großen Schatz, der übrigens auch schon zeitig angefangen hat zu frieren. Ist ja auch noch nicht viel dran an dem Buben. Schnell fanden sich dann aber Spender für Decken, denn seine Größe gab es nicht in unserem Bestand.

Den Spendern sei ein tullalla 😅. Vielen Dank!!
Ferrero macht uns Sorgen-Pferde in Not

Stella findet neue Freunde

stelle-pferde in not
Die Entscheidung war schwer, aber notwendig. Wir haben Stella und Selly getrennt. Zu unterschiedlich sind die Bedürfnisse, nicht nur in den kommenden Monaten, in denen Selly Ruhe braucht, um gesund zu werden, sondern auch für das restliche Leben.

Stella strotzt vor Kraft und Tatendrang und will die Welt erkunden (und dabei erzogen werden). Selly wird bleibende Schäden zurückbehalten und ihr Leben lang Einschränkungen haben:

🙈 keine Weide,
🙈 keine zu harten Böden wegen der Hufe,
🙈 aber auch keine zu weichen wegen den Sehnen,
🙈 nicht unkontrolliert rumhopsen,
🙈 Rehe-Pony gerechte Fütterung

…. das passt einfach nicht zusammen.

Hinzu kam noch, dass wir den Eindruck hatten, dass die beiden Stuten quasi in einer ungesunden Beziehung lebten: mehr beieinander als miteinander. Kein Mähne kraulen, keine liebevollen Gesten. Eher eine ‚Zwangsehe‘.

Obwohl die beiden Stuten seit ihrer Rettung vom Fohlenmarkt zusammen gelebt haben, gehen sie deshalb jetzt getrennte Wege.

Stella ist umgezogen und hat bereits neue Freunde gefunden. Sie benimmt sich prima und genießt die Freiheiten ihrer Pflegestelle … und wenn es weiter gut klappt, dann darf sie dort bleiben.

Wir drücken die Daumen Stella. Gib alles 🦄❤️
stelle pferde in not findet freunde

Dramatische Rettungsaktion Teil 3 „Rettung in letzter Minute“

Rettung in letzter Minute
Rettung in letzter Minute-pferdehilfe
Bereits eine Stunde nach ihrer Einlieferung in die Klinik ist die kleine Rehe-Stute geröntgt. Als ich die Bilder sehe, rutscht mir das Herz in die Hose. Die Hufbeine sind kurz vor dem Durchbrechen … ich bin auf das Schlimmste gefasst. Aber meine Tierärzte beruhigen mich: es gibt noch eine Chance für Selly.

Die Rettung kam für sie buchstäblich in letzter Minute. Es hätte sicher nicht mehr lange gedauert und die Hufbeinspitze hätte die Sohle durchbohrt. Abgesehen von den unglaublichen Schmerzen wäre das dann wohl ihr Ende gewesen.

Ihre Sehnen sind an beiden Vorderbeinen – wahrscheinlich durch die chronische Überlastung wegen der fehlenden Hufbearbeitung – so stark entzündet, dass derzeit noch keine Diagnostik möglich ist. Sie bekommt bis auf Weiteres Verbände und Schmerzmittel. Ich bin erstmal sehr erleichtert.

Ihre große Freundin Stella ist nach ersten Untersuchungen soweit gesund, unterzieht aber die Klinikboxen einer dauerhaften Belastungsstudie. Trennen kann man die beiden Stuten im Moment nicht. Die Tierklinik Domäne Ammerhof unterstützt uns sehr und bringt die Stuten so unter, dass sie sich immer sehen.

Vielen Dank an das Klink-Team der Tierklinik Domäne Ammerhof. Ihr seid spitze!
Noch am Abend und in seinem Feierabend kommt auch der Klinik-Hufschmied und bearbeitet Sellys Hufe. Auch er gibt ihr eine Chance. Er musste stark korrigieren und wir hoffen das Beste.

24 Stunden nach der ersten Besichtigung der beiden Pferde ist die kleine Selly erstmal außer Gefahr und beide Pferde sind sicher und gut versorgt. Am nächsten morgen steht Selly viel besser da und kann ganz gut Schritt laufen, obwohl sie nur noch wenig Schmerzmittel bekommt. Ich bin sehr erleichtert.

Jetzt müssen wir die Zukunft der beiden gestalten. Selly wird noch eine Weile medizinische Betreuung brauchen und wir müssen den Grund für ihre chronische Rehe herausfinden. Auch stehen weitere Untersuchungen der Sehnen an, sobald diese etwas abgeschwollen sind.

Die große Noriker-Stute Stella ist fit und sucht eine Lebensstelle mit Bewegungs- und Abspeckprogramm. Ob es Sinn macht die beiden gemeinsam zu vermitteln ? Die Anforderungen an die ideale Stelle sind schon recht unterschiedlich.
Pferde in Not-Rettung in letzter minute

Dramatische Rettungsaktion – Teil 2 „Schutzengel im Einsatz“

Schutzengel im Einsatz
Pferdehilfe sofort-schutzengel im Einsatz
Am nächsten Morgen klappt alles besser als erwartet: ich habe ein paar fähige Helfer gefunden ,die sich alle pünktlich und wie vereinbart einfinden. Der Eigentümer unterschreibt den Schenkungsvertrag und hat die Pässe dabei.

Die kleine Stute bekommt noch einmal Schmerzmittel und beide Stuten eine Sedierungspaste als Verlade-Hilfe (beeindruckt die beiden Pferde aber kaum). Der Transporter kommt pünktlich und das Verladen verläuft überraschend schnell und reibungslos. Allerdings passen die beiden Dicken kaum in den Transporter. Besonders die Noriker-Stute kann sich kaum bewegen. Ich bete, dass sie ruhig bleiben.

Die Geduld der Pferde wird dann auch echt auf die Probe gestellt, denn der Transporter bleibt beim Wenden im Schlamm stecken. Oje … damit er überhaupt rausgezogen werden kann, muss erstmal der Misthaufen weg: also alle Mann rann an die Schaufeln. Ein Traktor als Zugfahrzeug ist natürlich auch nicht vor Ort, deshalb darf der Porsche eines Helfers mal seine Alltags-Qualitäten unter Beweis stellen … und siehe da, das geht 😉. Die ersten Seile und Gurte machen allerdings die Grätsche. erst eine Kette kann Abhilfe schaffen.

Während der ganzen Zeit spreche ich immer wieder mit den Pferden im Transporter und sage ihnen, dass alles gut wird. Und die beiden bleiben die ganze Zeit ruhig: während des Wartens, beim Rangieren und auch auf der Fahrt in die Klinik. Als ob sie wüssten, dass es für die kleine Selly um Leben und Tod geht. Auch das Ausladen ist relativ problemlos und schnell stehen sie sicher in den Klinikboxen.

Uff, das ist geschafft. Die Anspannung fällt wie eine ganze Felswand von mir ab. Ich bedanke mich ganz von ganzem Herzen bei allen Helfern, besonders auch bei der Spediteurin Elke Weber aus Simmozheim und bei allen Schutzengeln, die heute auch großzügig für uns im Einsatz waren. Wie durch ein Wunder ist alles noch heil … bis auf die Abschleppseile.

Jetzt beten, dass man Selly noch gerettet werden kann
Pferde in Not-dramatische rettungsaktion - schutzengel

Dramatische Rettungsaktion – Teil 1

dramatische Rettungsaktion Teil 1
Dramatische Rettungsaktion Teil 1-pferde in not
1,5 Tonnen Pferd in Not

Manchmal kommt es besonders „dicke“. Gerade aus dem Urlaub zurück erreichte mich ein Notruf: Zwei Stuten seinen in Not, da der Eigentümer aus gesundheitlichen Gründen die Versorgung nicht mehr gewährleisten kann. Die Stuten stehen zu zweit im Schwäbischen in Ortsrandlage… wie ich dann erfahren habe, schon ihr ganzes Leben lang. Der Eigentümer hatte sie von einem Fohlenschlachtmarkt in Österreich gerettet.

Da der Stall von mir nur ein paar Orte weiter ist, dachte ich ich schau mir das mal an….
Was ich dann erlebt habe, hat mich wirklich tief bewegt. Die Pferde geliebt, aber verwahrlost … der Stall seit Tagen nicht gemistet … kein fliessendes Wasser … kein Strom. Der Eigentümer der Pferde an Krücken, kaum in der Lage die Strecke vom Auto zum Stalleingang zu gehen. Immer wieder muss er sich setzen, da er nicht länger stehen kann. Es ist eine Situation wie wir sie in den vergangenen Monaten schon öfter angetroffen haben: eine langjährige Lebensgemeinschaft Mensch-Tier gerät aus den Fugen: der Mensch gerät in Not und dann – trotz aller Anstrengungen – eben irgendwann auch die Tiere.

Zum Glück ist Herr S. sehr kooperativ und ich darf seine Pferde anschauen. Schnell wird klar: die Kleine muss sofort in die Klinik! Hufrehe und zwei dicke, heisse Vorderbeine. Sie steht nur auf vorne links, entlastet vorne rechts komplett und kann kaum einen Schritt laufen. Die große Noriker Stute äußerlich gesund, nur viel zu dick (ca. 1 Tonne schwer gut 1,65 groß).

Beide Pferde sind 10 Jahre alt, leider nicht erzogen und auch nicht ausgebildet. Mit etwas Geduld klappt das Aufhalftern und das kurze Anheben der Hufe. Ohne Licht und in dem Mist kann ich nicht erkennen, ob das Hufbein bereits durchgebrochen ist und die dicken Beine daher kommen.

Die kleine Stute steht dicht bei mir. Ich weiss nicht, was ich machen soll. Wie soll ich die zwei in die Klinik bringen? Die eine kann nicht laufen vor Schmerzen und die andere wiegt eine Tonne und lässt sich kaum führen. Der Stall direkt an einer Strasse, ohne eine ’sichere‘ Verladezone. Und die Zeit drängt… die Kleine hat große Schmerzen. Gemeinsam mit Karin kann ich den Eigentümer überzeugen, die Pferde in die Obhut von Möhrchengeber zu übergeben.

Ich verabschiede mich von der kleinen Rehe-Stute mit einer Portion Schmerzmittel. Der alte Mann hat Tränen in den Augen, als er mühsam zu seinem Auto humpelt. Der Rest geht zum Glück ganz schnell. Zwei Stunden später ist der Transport organisiert und die Klinik informiert.

Ich schlafe schlecht … eigentlich gar nicht … die kommenden beiden Tage werden mich die beiden weiter auf Trapp halten.
Dramatische Rettungsaktion-pferde soforthilfe
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